KW 32: Flaschenwand gehypt, Flaschenwand weg, Ostkreuz (fast) fertig, autonome Teppichfabrik

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Liebe Leser, ein Mann baut sich eine Mauer aus Glasflaschen. Er ist obdachlos und möchte ein bisschen Privatsphäre schaffen. Ein Konzept, das in einigen Jahrzehnten vielleicht nur noch aus Erzählungen bekannt sein wird, denn die Digitalisierung der Gesellschaft scheint wenig Raum für Privatheit zu lassen. Jedenfalls tauchten prompt „Berichte“ und Bilder über das Kunstwerk auf Facebook und Co. auf. Logisch, die Glaswand entstand immerhin am Schlesischen Tor, im hippen Kreuzberg. Irre! Fand auch das Ordnungsamt, welches die Beseitigung der Wand in die Wege leiten musste. Zuviel Aufmerksamkeit. Der Mann schläft jetzt wieder ungeschützt. Viel Spaß beim Lesen! 

\ FRIEDRICHSHAIN KREUZBERG AKTUELL /

Die Flaschenwand: Hype und weg.  In der letzten Woche erhielt eine „Wand“ aus Glasflaschen am Schlesischen Tor einige Aufmerksamkeit durch die Medien. Der wohnungslose Petrov Chojnacki hatte über 2.000 Flaschen verbaut. Er wollte so seine Privatsphäre schützen, seinen Schlafplatz, auf einer Grünfläche an der Bevernstraße mit Blick auf die Spree, eingrenzen. Doch das geht natürlich nicht. Auch tüchtige Bea,mte vom Ordnungsamt scheinen sich auf Facebook zu tummeln. Die Wand war Geschichte, gleich nachdem sie Berühmtheit erlangt hatte. Eine Geschichte in einem Satz: „Das Ordnungsamt verpflichtete den Mann dazu, die Beräumung zu dulden.“ berliner-woche.de

Ostkreuz so gut wie fertig. Was haben der S-Bahnhof Ostkreuz und der Flughafen Berlin Brandenburg gemeinsam? Die Bauarbeiten beider Großprojekte starteten im Jahr 2006. Was unterschiedet sie? Der S-Bahnhof soll ab dem 9. Dezember komplett fertig sein! Die Station wurde bei laufendem Betrieb grundlegend erneuert und umgebaut. Kleiner Wermutstropfern:  Der Bahnsteig für Verbindungen auf der sogenannten Ostbahn (Richtung Strausberg und Küstrin), mit dessen Bau gerade erst begonnen wird, steht erst ein Jahr später zur Verfügung. morgenpost.de

Teppichfabrik in Starlau. Wird die alte Teppichfabrik von Autonomen besetzt? Gut möglich. Jedenfalls hat die Polizei vorsorglich eine Hundertschaft vorgeschickt: „Damit nichts Illegales passiert“, wie ein Polizeisprecher den Auftrag  zusammenfasst. Die Besetzung des ungenutzten Industriegeländes war erst vor Kurzem durch einen Eigentümerwechsel bekannt geworden. Der neue Besitzer hatte Mitte Juli bemerkt, dass sich Menschen in dem Bau an der Spree eingerichtet hatten. Bei einem Einsatz vor gut einer Woche waren wohl Beamte mit Gegenständen beworfen worden. morgenpost.de

Die halbstarken vom Mehringdamm stellen sich. Die 17-Jährigen hatten im Mai einen Obdachlosen in der U-Bahnstation zusammengetreten und geschlagen und waren dann geflüchtet. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung stellten sich drei der vier gesuchten Täter der Polizei.  Der vierte mutmaßliche Komplize, ein ebenfalls 17-Jähriger, ist den Ermittlern bekannt. berlin.de/polizei

Verfolgungsjagd und Unfall. Der Versuch, kontrollierenden Beamten zu entfliehen, endete Mittwochnacht mit einem Verkehrsunfall in Kreuzberg. Gegen 23 Uhr hielten Zivilbeamte ein Fahrzeug an, in dem sich ein polizeibekannter Mann befand, der bereits mehrfach ohne Fahrerlaubnis im Straßenverkehr unterwegs gewesen war. Als sie ihn in der Wilhelmstraße Ecke Kochstraße überprüfen wollten, setzte der Autofahrer seinen BMW sofort zurück und floh mit überhöhter Geschwindigkeit. Die beiden Polizisten fuhren mit ihrem zivilen Opel mit Martinshorn und Blaulicht hinterher. In der Franz-Klühs-Straße wollte der 24-Jährige nach links in die Wilhelmstraße einbiegen. Er missachtete die Vorfahrt eines entgegenkommenden Opel, es kam zur Kollision. Der Fahrer des Opels wurde schwer verletzt. Rettungskräfte brachten ihn mit Verletzungen an Kopf und Rumpf zur stationären Behandlung in eine Klinik. berlin.de/polizei

Messerstecherei im Görli. Zwei konnten sich am Mittwoch nicht einigen, wer sich wo im Park aufhalten Sollte. Dabei kannten sie sich garnicht. Ein 29-Jähriger traf hier gegen 10:45 Uhr auf einen Unbekannten, mit dem es bald zum Streit kam. Der andere verletzte den 29-Jährigen mit einem Messer an den Händen und am Kopf. Von Passanten zwischenzeitlich alarmierte Polizisten nahmen die beiden vorläufig fest. Der verletzte  wurde anschließend von Rettungskräften und einem Notarzt zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der 19-Jährige Angreifer hatte n ein Messer sowie ein Beinholster bei sich, beides blutverschmiert. berlin.de/polizei

Unfallschwerpunkt Yorckstraße/Ecke Katzbachstraße.  Es gibt nur wenige Orte in Berlin, an denen es häufiger knallt. Hier kommt zu Blechschäden, zu leicht- und schwerverletzten Autoinsassen, Radlern oder Fußgängern. Immer wieder forderten Anwohner, geeignete maßnahmen zu ergreifen, um die Unfälle seltener werden zu lassen. Un die Verwaltungen leiteten wohl auch einige Planungen ein, allerdings ohne dies zu kommuniziert. Aus Sicht der Bürger passierte nichts. Erst als sie den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses um Hilfe anriefen, hatten sie Erfolg. Nun soll mit dem Umbau des Unfallschwerpunktes wohl noch 2017 begonnen werden. tagesspiegel.de

\ ZAHL DER WOCHE /

470 Wohnungen auf 30.000 Quadratmetern. Der Möckernkiez feiert Richtfest und soll nun bis Jahresbeginn fertig sein. Das Projekt stand zuvor kurz vor dem Aus. rbb-online.de

\ STADTLEBEN /

Special Effects aus dem Hinterhof. Die Firma Rise FX sitzt in Kreuzberg und beliefert Hollywood-Produktionen mit digitalen Bildern. Zuletzt für die Stephen King Verfilmung „Der dunkle Turm“. Gegründet wurde das Unternehmen 2007 von Florian Gellinger und drei Freunden. Damals saßen sie noch zusammengepfercht in einem Raum, heute umfasst das Büro 750 Quadratmeter, dazu kommen Dependancen in Stuttgart, Köln, München und Wien. Allein im letzten Halbjahr hat sich die Anzahl der festen Mitarbeiter auf rund Hundert vervierfacht. morgenpost.de

West Side Gallery: Jenseits der Mauer. West Side Gallery? Auf der Rückseite der East Side Gallery projeziert der deutsch-amerikansiche Künslter Stefan Roloff auf 229 Metern gigantisch vergrößerte Videostills aus den 80er Jahren, als er Menschen in unmittelbarer Nähe des Todesstreifens beobachtete. Ergänzt werden die Bilder um Porträts und Berichte von Zeitzeugen. Am Donnerstag stellte Roloff das Projekt vor. Die Ausstellung ist von Sonntag, den 13. August an bis zum 9. November rund um die Uhr zu sehen. zeit.de

Pop: Daniel Lanois. Der Amerikaner ist bisher vor allem als Produzent Bands wie  U2, Peter Gabriel und Bob Dylan in Erscheinung getreten. Doch auch als SoloMusiker feierte er Erfolge. Samstag, 12. August, 20 Uhr im Lido. lido-berlin.de
Hanfparade. Reggae, Blunt und gute Laune. Es spricht unter anderem die Grünen-Politikerin Canan Bayram, Nachfolgerin des langjährigen Cannabis-Verfechters Hans-Christian Ströbele im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg. – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/28145010 ©2017 Los geht es am Hauptbahnhof um 10 Uhr. Samstag, 12. August. berliner-zeitung.de

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„Ich bin, was den Kotti betrifft, recht optimistisch.“
Ulli Krüger, ein Organisator des „Topdeck Market“, das einmal im Monat auf dem Dach des Parkhauses am „Neuen Kreuzberger Zentrum“ stattfindet.
jungle.world

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