KW 20: Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln machen Polizisten krank, Grüne gedenken Anne Klein, Soldaten-Bild am Checkpoint Charlie überklebt

0

Liebe Leser, Große Haie, kleine Fische. Der Milieuschutz trifft zunehmend auch das kleine Gewerbe. Die Politik will jetzt aktiv werden, hoffentlich klappt das noch, bevor auch Späti und Gemüseläden verschwunden sind. Friedrichshain jagt einen Mörder und alle fragen sich: warum musste Stefan Unterweger sterben? In Sachen Freizeit empfehlen wir ein kulinarisches Wochenende:  Das Africa Food Festival, das Berlin Seafood Festival und Wein Kosten bei „Wein auf Bier“ stehen auf unserem Programm. Und auf ihrem? Viel Spaß beim Lesen!

\ FRIEDRICHSHAIN KREUZBERG AKTUELL /

Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln machen Polizisten krank. Die örtliche Polizeidirektion 5 verzeichnet in ganz Berlin den höchsten Krankenstand. Fast jeder fünfte Polizist ist hier krank geschrieben. Im Abschnitt 51 in Friedrichshain, der unter anderem für die Rigaer Straße und das Partygebiet an der Warschauer Brücke zuständig ist, waren im ersten Quartal des Jahres bis zu 23,66 Prozent der Polizisten krank. Viele klagen über Stress und familienfeindliche Dienstpläne. Zudem werden in der Direktion 5 täglich Polizisten angegriffen, was sich ebenfalls auf den Krankenstand auswirkt.
berliner-zeitung.de

Rufe nach Milieuschutz für kleine Ladenbesitzer. Und wieder schlägt die Gentrifizierung zu. Diesmal trifft es Gewerbetreibende. Sie stehen in Berlin immer mehr unter Druck. Doch Gewerbemieter genießen keinen besonderen Kündigungsschutz. Spätis und Gemüsehändler müssen oft nach Jahrzehnten ihre Läden räumen und stehen vor dem Nichts. Die Anwohnerinitiative „Bizim Kiez“ und das „Bündnis Zwangsräumung verhindern!“ rufen zur Demo am Samstag auf. Auch die Politik reagiert. „Wir wollen versuchen, das Gewerbemietrecht mit dem Milieuschutz zu verbinden, denn zum Milieu gehören schließlich auch kleine Läden im Kiez“, sagt der grüne Justizsenator Dirk Behrendt.
rbb-online.de

Grüne gedenken Anne Klein. Zum Tag gegen Homophobie und Transphobie hat die Grünen-Fraktion in der BVV symbolisch mit Anne Klein einer Berliner Vordenkerin in Sachen gleichgeschlechtlicher Lebensweise gedacht. Der Vorplatz vor dem Rathaus wurde kurzerhand in Anne-Klein-Platz umbenannt. Anwesend waren auch Barbara Bienek, die Witwe von Anne Klein und Justizsenator Dirk Behrendt (B 90/Grüne). Klein wurde 1989 zu Berlins Senatorin für Jugend, Frauen und Familie ernannt. Sie war 2011 verstorben.
morgenpost.de

Am Friedrichshainer Osthafen. 161 neue Luxuswohnungen entstehen. morgenpost.de
Geflügelpest. Stallpflicht wieder aufgehoben bz-berlin.de
Unter dem Aluhut. Stadtbekannter Verschwörungstheoretiker soll handgreiflich geworden sein morgenpost.de
Axel-Springer-Baustelle. Bauarbeiter stürzt in Schacht bz-berlin.de

Soldaten-Bild am Checkpoint Charlie überklebt. Das bekannte Foto eines US-amerikanischen Soldaten am Checkpoint Charlie in Berlin-Kreuzberg wurde von Unbekannten mit einem Foto von Bradley Manning überklebt. Das mehrere Meter über dem Boden aufgestellte Foto zeigt nun ein Abbild des US-amerikanischen Whistleblowers. Chelsea Manning hatte noch unter ihrem früheren Namen Bradley Manning Hunderttausende Dokumente aus US-Armeebeständen über Vorkommnisse bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet. Ursprünglich zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt, wurde sie am Mittwoch aus der Haft entlassen.
berliner-kurier.de

Bezirk will Kontrollen ausweiten. Der Sommer kommt und damit die große Open-Air-Dauerparty in den Ausgehmeilen im Bezirk. Doch dieses Jahr will man die Ruhestörung besser in den Griff kriegen. Nach Angaben von Wirtschafts- und Ordnungsstadtrat Andy Hehmke (SPD) werden in zehn Gebieten ausgeweitete Kontrollen stattfinden. Genannt wurden Bergmann-, Graefe und Wrangelkiez, die Oranienstraße sowie die Gegend von der Pücklerstraße bis zum Spreewaldplatz. Friedrichshain ist mit der Revaler Straße einschließlich Boxhagener Kiez, Warschauer Straße und Helsingforser Platz, der Mühlenstraße, Ostkreuz mit Sonntag- und Wühischstraße sowie südlich davon mit dem Gebiet am Markgrafendamm vertreten.
berliner-woche.de

Mord im Volkspark. Die Polizei hat ein Foto des Mannes veröffentlicht, der Sonntag früh tot im Volkspark Friedrichshain aufgefunden wurde. Es handelt sich um einen 34-Jährigen Mann aus Südtirol, Italien, mit Namen Stefan Unterweger. Laut Obduktionsbericht wurde er durch mehrere Stiche in den Oberkörper tödlich verletzt. Zur Tatwaffe konnte die Polizei keine Angaben machen. Unterweger wurde zwischen 2 und 5 Uhr am späteren Fundort im Bereich des „kleinen Bunkerberges“, angegriffen und getötet. Hinweise nimmt die 3. Mordkommission in 10787 Berlin-Tiergarten, Keithstraße 30, unter Telefon 4664-911333, per Email an LKA113-Hinweis@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
tagesspiegel.de, rbb-online.de, focus.de

\ SPORT /

Sportsbar Cafe Rizz. Wo ist der ideale Ort, um die Eishockey-WM anzusehen? Wie wärs zum Beispiel mit dem Cafe Rizz in der Graefestraße. Von Rugby über die MotoGP bis hin zur Dart-Weltmeisterschaft sind hier sämtliche Sportarten zu Hause. „Vor allem aber zeigen wir Berliner Sport unheimlich gerne“, sagt Birgit Huster, die Geschäftsführerin des Rizz. Und die sportlichen Highlights locken nicht nur Stammgäste an, regelmäßig verirren sich Touristen ins Rizz um auch ihren Heimatsport sehen zu können. Zur Eishockey-WM kommen zum Beispiel regelmäßig Finnen, die ihrem Team zugejubelt haben. Lesen sie die Tagesspiegel-Reportage über einen Ort der offen für alle und vielen eine Heimat ist:
tagesspiegel.de

\ ZAHL DER WOCHE /

90 Läden, Restaurants, Imbisse, Kneipen, Vereine, Werkstätten und sonstige Gewerbe sitzen auf 12.000 Quadratmetern im Zentrum Kreuzberg am Kotti auf rund 12.000 Quadratmetern. Die Berliner Zeitung widmet dem Quartier eine Serie von Artikeln:
berliner-zeitung.de

Ein Gewerbe am Kotti zu haben ist anders als überall sonst in Berlin.
Seydo Uzun, genannt „Papa“, betreibt einen Späti am Kotti und ist für viele seiner Kunden Streetworker und Vaterfigur.
berliner-zeitung.de

\ STADTLEBEN /

Karneval der Kulturen findet statt. Der Karneval der Kulturen an Pfingsten ist gesichert. An diesem Dienstag beschloss der Berliner Senat, die Mehrkosten zu übernehmen. Denn wegen gestiegener Terrorgefahr, neuer bundesrechtlicher Anforderungen für die Beauftragung von Sicherheitsdienstleistern und zwei weiteren Großveranstaltungen – Deutscher Evangelischer Kirchentag und Internationales Deutsches Turnfest – fallen Mehrkosten von 185.000 Euro an. Die Verhandlungen verliefen konstruktiv, allen Beteiligten, Veranstalter Piranha Arts AG und Sponsoren und Senatsverwaltungen, war an einer erfolgreichen Einigung gelegen.
tagesspiegel.de

Gedenktafel für jüdische Bauschule. An die ehemaligen jüdischen Bauschule an der damaligen Fruchtstraße 74 und heutigen Straße der Pariser Kommune erinnert seit 15. Mai eine Gedenktafel. Dort bereiteten sich bis 1941 junge Männer auf ihre erzwungene Auswanderung in das damalige Palästina vor. Sie wurden dort als Maurer ausgebildet. Ein Besuch staatlicher Gewerbeschulen war Juden vom NS-Regime verboten worden. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs war eine Emigration kaum noch möglich. Es begannen die Massendeportationen in die Vernichtungslager. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne) hielten bei der Einweihung mahnende Grußworte.
berliner-woche.de

Afrikanisch Essen. Am Samstag und Sonntag (20.und 21. Mai) zeigt das African Food Festival in der Eventlocation Alt-Stralau direkt gegenüber der „Wilden Renate“ Kochkunst aus Afrika von der traditionellen Küche bis zum African Street Food. Musikalisch begleitet wird das Festival mit Afro House und Afrobeats und für die Kids ist eine Kinderspielecke eingerichtet. Wer jetzt noch keinen Hunger hat: Der Tagesspiegel hat die beiden Gründer Liane Kobe und Pamela Owusu porträtiert.
tagesspiegel.de (Porträt), berlin.de (Alle Infos)

Glückliche Hintern. Oliver Elsoud (32) und Frank Schmischke (26) wollen mit ihrem Kreuzberger Start-up den Toilettengang revolutionieren. Entwickelt haben sie dafür etwas sehr simples: eine kleine, geschwungene Flasche mit Wasser darin – eine Po-Dusche, die sie „HappyPo“ nennen. Und die soll, so die Entwickler, den Deutschen das Toilettenpapier austreiben. Sie funktioniert ganz ohne Elektronik – der Wasserdruck entsteht durch das Zusammendrücken der Flasche, aus den kleinen Düsen am Kopf des Flaschenhalses kommt das Wasser heraus. Danach kurz den Po abtupfen und fertig.
morgenpost.de

Wein auf Bier. Junge motivierte Winzer aus ganz Deutschland präsentieren in entspannter Atmosphäre ihre Tropfen. Damit es nicht nur feucht, sondern auch fröhlich wird, gibt es Musik mit den Achsel Swinger und den River Rats. 21. Mai, ab 14 Uhr, Birgit & Bier. birgit.berlin.de
Seefood Festival. Frische Meeresfrüchte roh oder lecker zubereitet, das dritte Berliner Seaffood Festival lässt keine Wünsche offen. 20. und 21. Mai. 12 bis 22 Uhr Urbanspree.com
Immergut ist immer gut. Was im letzten Jahr schon schön war, wird dieses Jahr noch viel schöner! GOLD LIONS und das Immergut Festival präsentieren den zweiten Immergut Festival Aufwärmabend 2017. Freitag, 19. Mai, ab 21 Uhr rosis-berlin.de
Kunst, Comic und Protest in Russland. Victoria Lomasko hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass die visuelle Darstellung diverser Protestformen an Popularität gewinnt. Vortrag und Gespräch mit Victoria Lomasko. Freitag, 19. Mai, 20 Uhr, auqarium (neben Südblock), Skalitzer Straße 6. facebook.com

Hui … das wird das erste richtig heiße Wochenende, in jeglicher Hinsicht. Das wird toll! Und jetzt raus mit Ihnen! Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf friedrichshain-kreuzberg-journal.de erledigen.

Kommentar verfassen