KW 18: 1. Mai war friedlich wie lange nicht, Luxus in der Rigaer Straße, XJazz-Festival

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Liebe Leser, Der 1. Mai verlief in diesem Jahr friedlicher als befürchtet und sowohl die Polizei als auch die Demonstranten beurteilen den Tagesverlauf positiv. Derweil hat sich der Organisator des Myfestes dazu entschieden, aufzuhören. In der Regaer Straße sollen Luxuswohnungen entstehen, was erwartungsgemäß zu hitzigen Gemütern führt. Die Polizei hat einen Mann niedergeschossen, er ist außer Lebensgefahr. Das XJazz-Festival sorgt weiterhin für spannende Musik im Bezirk. Viel Spaß beim Lesen!

\ FRIEDRICHSHAIN KREUZBERG AKTUELL /

Demonstrationen am 1. Mai. Die Polizei zieht eine positive Bilanz des 1. Mai . Gerade einmal 72 Demonstranten wurden festgenommen, 32 Beamte leicht verletzt. Doch auch die Demonstranten sind zufrieden. Per twitter ließ das Revolutionsbündnis seine Gleichgesinnten wissen: „Die Demo war ein Ausdruck von #selbermachen. Nehmt die Energie von heute mit in die Alltagskämpfe.“ Vor dreißig Jahren ging es wesentlich ruppiger zu. Der Tagesspiegel erinnert an den ersten Mai 1987.
tagesspiegel.de, morgenpost.de, berliner-zeitung.de, 1. Mai 1987: tagesspiegel.de

Myfest sprengt die Grenzen des Festgeländes. Das Myfest sprengte in diesem Jahr die engen Grenzen des eigentlichen Festgeländes rund um die Oranienstraße und hat den ganzen Ortsteil beansprucht. Vor jedem Spätkauf und vor vielen Kneipen pumpten die Soundsysteme Musik in die Masse der Straßentänzer, Bands spielten unter dem Hochbahnviadukt und das noch lange, nachdem auf der eigentlichen Festmeile die Bühnen abgebaut waren. Viele Ladenbesitzer machten das Geschäft des Jahres. Polizei war kaum zu sehen.  Die Anwohner sind ob des Trubels verärgert.
morgenpost.de

Myfest-Organisator hört auf. Im Interview spricht Soner Ipekcioglu, der seit 11 Jahren ein führender Organisator des Festes ist, über seine Motive: „Die politischen Inhalte gehen beim Myfest unter. Zum Schluss sind wir wirklich nur eine Saufparty, wie uns immer vorgeworfen wird. Obwohl wir Organisatoren alle politische Menschen sind, obwohl wir uns wirklich bemühen, Politik auf die Bühnen zu bringen, kriegen wir nicht die politische Stimme, die wir eigentlich haben müssten. Auch dieses Jahr war das wieder so. Es geht immer nur um Action, Action, Action.“
berliner-zeitung.de

Diskussionsabend: Bauprojekt in der Rigaer Straße. Mehr als 100 Besucher kamen am Dienstagabend in die Rigaer Straße 71-73, um mit dem grünen Baustadtrat Florian Schmidt und dem Gentrifizierungs-Experten Andrej Holm über das umstrittene Luxus-Bauprojekt „Sama Riga Carre“ zu diskutieren. Die Stimmung war aufgeladen. Mehr als 320 neue Wohnungen sollen im sowieso schon dicht bebauten Nordkiez entstehen, die meisten davon im hohen Preissegment. Die CG-Gruppe, Großinvestor des Projektes, spricht von 12,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter im Wohnbereich. Auch in den Bauprojekten in der Rigaer Straße 36-38 und 40 sollen „Luxuswohnungen“ und sogar ein Hotel entstehen. „So tut man nichts gegen die Verballermannisierung des Kiezes!“, rief eine aufgebrachte Frau.
tagesspiegel.demorgenpost.detaz.debz-berlin.de

Berlin erhält Dragoner-Areal vom Bund. Nach langen Verhandlungen erhält Berlin vom Bund ein Grundstück in guter Lage für den Wohnungsbau – das 4,7 Hektar große Dragoner-Areal. Die Übertragung an das Land ist Teil des neuen Hauptstadtvertrages, einer Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Land, wie Senatssprecherin Claudia Sünder bestätigte.  Der Bund wollte das Grundstück 2015 ursprünglich für 36 Millionen Euro – dem dreifachen Verkehrswert – an einen privaten Investor verkaufen. Auf Druck des Landes und des Finanzausschusses im Bundestag wurde das Geschäft gestoppt. Laut Medienberichten bekommt Berlin die Flächen jetzt gratis.
abendblatt-berlin.de

Gangster im Glück. Der Kreuzberger Gangster-Rapper und Terrorist Denis Cuspert alias „Deso Dogg“ ging 2014 den Bund der Ehe ein. Die Glückliche war die FBI-Spionin, Daniela Greene. Ihr Auftrag war es, Cuspert auszuspionieren. Die Ehe hielt nur kurz. Wenige Wochen später schickte sie E-Mails in die USA. „Ich war schwach“, heißt es dort. Sie habe die Dinge diesmal wirklich vermasselt. Aus ihren Nachrichten spricht auch Resignation. „Ich bin fort und kann nicht zurückkommen. Ich wüsste nicht einmal, wie ich es schaffen sollte, wenn ich versuchte, zurückzukommen“, zitiert CNN aus den Akten. „Es ist alles ein bisschen zu spät.“ Ihr gelang die Ausreise schließlich doch, in den USA wurde Sie verhaftet und musste für zwei Jahre ins Gefängnis.
morgenpost.de

Wieder rechtsextreme Brandanschläge in Berlin. In der Nacht auf Mittwoch wurden in Kreuzberg und Britz erneut Autos von engagierten Linken angezündet. zeit.de
Sanierungsbedarf Kreuzberger Schulen. Kommentar zur Situation von Thomas Frey, dem die „katastrophale Lage“ bei einem Besuch des Schulausschusses Anfang April in der Pettenkofer-Schule bewusst wurde. berliner-woche.de
Grundstein für neues Axelspringer Gebäude gelegt. Auf dem historischen Areal neben dem Verlagsgebäude entsteht der Neubau der Axel Springer SE. bz-berlin.de

\ POLIZEI /

Polizei schießt. Am vergangenen Samstag wurde ein Mann von einem Polizisten niedergeschossen. Er befindet sich nach einer Notoperation außer Lebensgefahr. Der Vorfall ereignete sich laut Polizei am Nachmittag vor dem Klinikum in der Dieffenbachstraße. Demnach verließen drei Beamte nach Ermittlungen im Haus das Gebäude und wurden unvermittelt von einem Mann mit einer Schusswaffe bedroht. Nach mehrmaliger Aufforderung, die Waffe fallen zu lassen, gab ein Beamter einen Schuss ab, der 26-jährige Mann wurde im Bauch getroffen. Wie sich später herausstellte, hatte er mit einer Schreckschusspistole auf die Beamten gezielt. Warum, ist bisher unklar.
berlin.de

\ SPORT /

Turnfest: Unterstützung gesucht. Für das „Internationale Deutsche Turnfest“, das vom 3. bis zum 10. Juni stattfindet, werden weiterhin Unterbringungsmöglichkeiten für die Teilnehmer gesucht. Aufgerufen sind Vereine, deren Mitglieder als Schulhelfer für die Betreuung der Gäste Verantwortung übernehmen. „Wir suchen deshalb jetzt Vereine, die eine Komplettbetreuung in Form einer Patenschaft für eine Schule übernehmen“, sagt Lars Kunze, der Leiter Unterkünfte und Verkehr vom Organisationskomitee Turnfest Berlin 2017.   
berliner-woche.de

\ STADTLEBEN /

Reihe „Kindheit in der Nachkriegszeit“.  Die Bild-Zeitung porträtiert Menschen, die im Nachkriegs-Berlin aufgewachsen sind. Im vierten Teil der Reihe kommen Renate Mundt und Herbert Giraud zu Wort. Beide wohnen in der Zimmerstraße – sie im Ost-, er im West-Sektor. Entlang der Bezirksgrenze von Mitte und Kreuzberg zerschneidet ab 1945 die Demarkationslinie zwischen dem sowjetischen und dem US-Sektor das Zeitungsviertel. „Die Trümmer waren für uns Kinder ein großer Abenteuerspielplatz. Wir haben in den Kellern alte Uniformen, Helme, Orden, sogar Pistolen und Gewehre gefunden. Damit haben wir gespielt und geschachert“, erinnert sich Herbert Giraud.
bild.de

XJazz: Jordan Rakei.  Der Neuseeländer macht Musik, die klingt wie eine Mischung aus Singer-Songwriter und Jazz. Donnerstag, 4. Mai, 18:30 Uhr im Lido. lido-berlin.de
XJazz: Wojtek Mazolewski. Polnischer Jazz alter Schule mit neuer Energie. Freitag, 5. Mai, 21 Uhr im Privatclub. privatclub-berlin.de
Party: GIRLS TOWN meets STRAIGHT BOX. Letzte „Gils Town“ Party vor der Sommerpause. Mit Meet & Greet  mit den Macherinnen des STRAIGHT Magazine. Musik: Hip Hop, Pop, RnB. Samstag, 6. Mai, 22 Uhr im Gretchen. gretchen-club.de
Konzert: Friedemann. Deutscher Liedermacher stellt sein Live-Album vor. Sonntag, 7. Mai, 20 Uhr im SO36.  so36.deyoutube.com (Trailer zu „Unterwegs“)
Konzert: DMA’s. Entspannte australische Rockmusik. Montag, 8. Mai, 20 Uhr im Musik & Frieden.  musikundfrieden.deyoutube.com (DMA’S – Delete)

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Lebensfreude für die kommenden sieben Tage. Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf friedrichshain-kreuzberg-journal.de erledigen.

 

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